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Meine Zeit auf der herrlichen Azoren-Insel São Miguel geht leider heute zu Ende. Im Hotel do Mar in Povoação gefällt mir so gut, ich könnte noch eine Weile bleiben, aber in einer Woche will ich schon auf Teneriffa sein und mich dort mit meiner Freundin Sandra treffen. Also packe ich nach dem Frühstück meine Sachen und mache mich auf den Weg. Meinen Mietwagen muss ich um 16h am Flughafen abgeben, es ist also noch viel Zeit. Zuerst schaue ich mir noch einmal den „Lagoa das Furnas“ an. Gern würde ich hier etwas spazieren gehen, aber es regnet schon wieder. Nach dem wunderbar sonnigen ersten Tag  ist das Wetter derzeit um fotografieren eher ungeeignet. Ok ok, es gibt eigentlich kein schlechtes Fotowetter und oft ist eben schlechtes Wetter gut für ungewöhnliche Fotos. Aber ich habe weder eine Regenjacke noch einen Schirm dabei. So macht das Fotografieren im Regen einfach keinen Spaß. Also muss ich diesen wunderbaren See nach einigen Schnappschüssen verlassen.

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Kurz nach dem See geht es rechts zu einem Mirador hinauf. Letztlich lande ich bei einem kleinen Turm der als Casa Blanca ausgewiesen ist. Am Horizont zeigt sich ein schöner Regenbogen und das nächste Foto beweist, dass Kühe sich nicht für Regenbögen interessieren.

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Vom kleinen Turm aus hat man einen schönen Blick hinunter in Richtung Ponta Delgada und man kann eine Insel sehen, die ein wenig an Helgoland erinnert.

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Dust und Gegenlicht machen es fast unmöglich den Lagoa das Furnas schön abzulichten.  Diese Location sollte man vor Sonnenaufgang aufsuchen, oder am späten Nachmittag. Irgendwann am Vormittag ist es hier für Fotos des Sees eher ungeeignet. Leider habe ich keine andere Wahl, denn am nächsten Vormittag will ich schon unterwegs nach Huelva in Spanien sein.

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Die „Highlands“ von Sao Miguel sind von mehreren kleinen Straßen durchzogen und überall findet man kleine Bauernhöfe. Einige sind auch verlassen und werden so zu einem ganz netten Fotomotiv.

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Am nächsten Mirador angekommen habe ich einen grandiosen Blick über die Hälfte der Insel. Ich kann aber auch sehen, dass ich mir erneut keine große Hoffnung auf schöne Fotos am Lagoa Azul machen muss. Die Wolkendecke ist einfach viel zu dicht.

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Auch am Lagoa do Fogo sind heute Wolken, aber nicht so viele wie gestern und heute kann ich den See sogar sehen. Mit einer Fuji X-T1 und dem XF 10-24mm Weitwinkel gelingen einige nette Fotos bevor wieder einige Nebelschwaden von Westen hereinziehen und den See in langweiligem Weiß verschwinden lassen.

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Es geht noch eine Weile hin und her, schließlich lande ich im Hafen von Rabo de Peixe. Hier stinkt es auf abenteuerliche Weise nach vergammeltem Fisch. Kaum habe ich das Auto verlassen, steigt mir der intensive Geruch in die Nase und nur ein Foto später bin ich schon wieder unterwegs.

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Vorbei am Flughafen geht es zum Lago Azul. An einigen kleinen Aussichtspunkten muss ich natürlich kurz anhalten. Das ist Ehrensache, besonders am letzten Tag 🙂

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Als ich schließlich am Flughafen eintreffe bin ich noch fast eine Stunde zu früh, aber besser zu früh als zu spät. Ich parke meinen VW Polo auf dem Parkplatz direkt vor dem Flughafengebäude und schicke eine SMS an meine nette Ansprechpartnerin bei der
7 LOMBAS RENT-A-CAR Autovermietung. Auf der großen Anzeigetafel neben mir sind noch Flüge des Vormittags ausgewiesen. Mir kommt das alles echt merkwürdig vor. Aber kurz darauf verstehe ich den Grund, als auf der Anzeigetafel der Windows XP Taskmanager auftaucht, man einen Mauszeiger sieht und verfolgen kann wie das Programm für die Anzeige der Flüge neu gestartet wird. Schwupps und alles ist wieder da. Nun steht auch mein Flug auf der Anzeigetafel!

Eine halbe Stunde später steht einer der Mitarbeiter der Autovermietung vor mir und nimmt den Schlüssel entgegen. Ich bekomme noch die Quittung für die Belastung meiner Kreditkarte und schon kann ich weiter zur Sicherheitskontrolle gehen. Es ist wirklich praktisch wenn man bereits online eingecheckt hat.

Bei der Sicherheitscontrolle fällt mein Nagelknipser auf, den ich blöderweise nicht in Lissabon gelassen habe. Eine Dame macht sich mit Handschuhen daran meinen gesamten Rucksack komplett auszuleeren und alles ganz genau einzeln zu begutachten.

Merke: Wer nur mit Handgepäck fliegt, sollte alles, aber auch alles vermeiden was das Interesse des Sicherheitspersonals auf sich ziehen könnte. 

Am Gate angekommen bin ich der allererste Reisende. So bleibt Zeit die Fotos des Tages zu sichten und einige wenige Bilder für diesen Artikel auszuwählen. Manchmal ist es gar nicht schlecht wenn man eine Stunde am Flughafen warten muss, so kann man in Ruhe das Erlebte Revue passieren lassen. Zwei Stunden später sitze ich in einer Ryanair Maschine in Richtung Osten. Der Flug nach Lissabon dauert etwa zwei Stunden und als ich aus dem Terminal komme ist es schon mitten in der Nacht. Es war ein langer Tag und ich möchte jetzt eigentlich nur noch in mein Bett. Aber irgendwie sieht vor dem Terminal alles so anders aus als einige Tage zuvor. Was ist los? Es dauert eine Weile bis ich begriffen habe, dass ich an einem anderen Ausgang bin. Nachdem ich eine Weile durch die Nacht geirrt bin wird es mir zu dumm und ich schalte mein Smartphone ein. Einige Minuten später sehe ich bei Google Maps wo ich gerade bin und schaffe es in etwa 15 Minuten problemlos zu Fuß zum Hotel. In der Lobby des Hotels werde ich schon erwartet. Die nette Dame von der Rezeption hat einen Freund auf den Azoren und sie will alles wissen. Sie selbst war nich nie dort, aber ihr Freund versucht sie seit langem zu überreden ihn dort zu besuchen.

Als ich schließlich in meinem Bett liege, muss ich an die vielen Deutschen denken, die noch nie auf Helgoland waren. So ist es nicht verwunderlich, dass diese junge Portugiesin noch nie auf den Azoren war. Ich selbst habe Helgoland auch erst einmal besucht 🙂

Das Buch zum Abenteuer

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